Kaufman Assessment Battery f. Children-2 (KABC-II)
Anwendungsgruppe
Kinder
Alter
3 - 18 Jahre

Kaufman Assessment Battery f. Children-2 (KABC-II)

Software - Einzelplatzversion

ArtNr.: 3786.13
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Material Kaufman Assessment Battery f. Children-2 (KABC-II)

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Die Kaufman Assessment Battery for Children ist einer der bekanntesten Intelligenztests für das Kindes- und Jugendalter. In seiner zweiten Version (KABC-II, A. S. Kaufman & N. L. Kaufman, 2004; deutsche Version herausgegeben von Dr. P. Melchers & M. Melchers, 2015) wurde der Test umfangreich modernisiert. Neben dem bereits bisher verwendeten neurologischen Modell von Luria stützt sich der Test nun auch auf das in der Intelligenztestung aktuell vorherrschende Carrol-Horn-Cattell-Modell (CHC-Modell). Der Test bietet Normwerte für Probanden zwischen 3 Jahren 0 Monaten und 18 Jahren 11 Monaten.

Es lassen sich drei verschiedene Indikatoren für die allgemeine Intelligenz ermitteln:

  • FKI: Der Fluid-Kristallin-Index (FKI) stellt ein Maß für die generelle kognitive Leistungsfähigkeit einer Person auf der Basis des CHC-Modells dar. Intelligenz wird in diesem Modell als latente Fähigkeit verstanden, die allen kognitiven Leistungen als Gemeinsamkeit zugrunde liegt. Die Subskalen, die in den FKI eingehen, erfassen dabei schlussfolgerndes Denken, Sprachverständnis, erworbenes Wissen, visuelles und auditives Arbeitsgedächtnis, visuelle Informationsverarbeitung und Lernen.
  • IVI: Der intellektuelle Verarbeitungsindex (IVI) stellt ein Maß für umfassende mentale Verarbeitungsprozesse dar, wie sie von Luria postuliert wurden. Sein Modell beinhaltet erstens Prozesse der Aufmerksamkeit, zweitens Prozesse der Codierung, Speicherung, Integration sowie des Abrufs von Information und drittens Prozesse der Planung und Organisation von Verhalten. Erworbenes Wissens (z. B. Sachwissen) wird beim IVI bewusst aus den Intelligenzleistungen ausgeklammert. Der Index eignet sich deshalb besonders für solche Probanden, bei denen Wissensleistungen keine guten Indikatoren für die allgemeine kognitive Leistungsfähigkeit darstellen. Dies kann z. B. bei Probanden der Fall sein, die aus anderen Kulturkreisen stammen oder bei Probanden, die aufgrund von Krankheit oder anderen Umständen nicht in vollem Umfang beschult werden konnten.
  • SFI: Der Sprachfrei Index erfasst die kognitive Leistungsfähigkeit einer Person, wobei sprachliche Prozesse und Fähigkeiten hierbei soweit als möglich ausgeklammert werden. Der Index eignet sich deshalb hauptsächlich für solche Probanden, deren sprachliche Fähigkeiten aufgrund besonderer Lebensumstände (z. B. Migrationshintergrund, Schwerhörigkeit) keine guten Indikatoren für die allgemeine kognitive Leistungsfähigkeit darstellen.

Zusätzlich zu den drei Gesamtindizes lassen sich für Probanden ab 4 Jahren aus den Untertests je nach Altersstufe auch noch vier bzw. fünf enger gefasste Subskalen berechnen. Diese entsprechen der Ebene 2 im CHC-Modell. Diese Subskalen erfassen die folgenden kognitiven Leistungen:

  • Sequentiell/Gsm: Die Skala Kurzzeitgedächtnis (Sequentiell/Gsm) erfasst Leistungen des phonologischen Arbeitsgedächtnisses.
  • Planung/Gf: Die Skala Planung/Gf erfasst die fluide Intelligenz, d. h. die Fähigkeit zur Planung und zum schlussfolgernden Denken.
  • Lernen/Glr: Die Skala Langzeitgedächtnis und -erinnerung (Lernen/Glr) erfasst die Fähigkeit zur Speicherung von Informationen im Langzeitgedächtnis und zu deren Wiederabruf.
  • Simultan/Gv: Die Skala Visuelle Verarbeitung (Gv) erfasst die grundlegende Fähigkeit zur Wahrnehmung visueller Muster und Reize und zum mentalen Umgang mit diesen Mustern und Reizen.
  • Wissen/Gc: Die Skala Kristalline Fähigkeit (Wissen/Gc) erfasst das Ausmaß spezifischen Wissens, welches ein Mensch innerhalb einer Kultur erworben hat und die Fähigkeit, dieses Wissen effektiv anzuwenden.

Die Auswertungssoftware ökonomisiert die Auswertung der KABC-II und schützt Sie vor Auswertungsfehlern und Fehlinterpretationen. Das Programm berechnet aus den Rohwerten des Kindes oder Jugendlichen automatisch Skalenwerte, Skalenindizes und den Gesamt-IQ, erstellt Profilanalysen, liefert einen Report der Ergebnisse und ermöglicht die Visualisierung der Profile in Form von Wertpunkten, T- und IQ-Werten sowie Prozenträngen.

Programmeigenschaften

Das Auswertungsprogramm verfügt über die folgenden Eigenschaften und Funktionen:

  • Dateneingabe: Das Programm verfügt über eine übersichtliche Probandenverwaltung und komfortable Eingabe von Testergebnissen. Bereits bei der Eingabe werden Werte auf Plausibilität geprüft und Hintergrundinformationen zu den Untertests angezeigt. Auch lässt sich die Verhaltensbeobachtung protokollieren.
  • Datenhaltung: Die Daten werden in einem robusten Datenbanksystem auf SQL-Basis gesichert. Das Programm enthält Funktionen zum Sichern und Einspielen der Datenbank sowie zum Export einzelner Fälle.
  • Auswertung: Die Anzahl der Auswertungen ist ungebrenzt. Das Programm ist auch zeitlich uneingeschränkt anwendbar. Es ermittelt das Testalter, rechnet Testergebnisse in Index- und Skalenwerte um, erstellt Profilanalysen, stellt Profilverläufe bei Mehrfachtestungen dar und rechnet die Ergebnisse automatisch in weitere Normwertskalen um.
  • Ergebnisdarstellung: Das Programm erstellt einen Kurzreport mit einer quantitativen Interpretation der Testergebnisse. Der Report kann als PDF-Dokument exportiert werden. Die zentralen Ergebnisse können zudem zur Weiterverwendung (z.B. in der Gutachtenerstellung) in die Zwischenablage kopiert werden.
  • Weitere Funktionen: Das Programm verfügt über eine ausführliche Online-Hilfe, über einen Normwertrechner, mit Hilfe dessen sich Normwertskalen einfach ineinander umrechnen lassen, sowie eine integrierte Update-Funktion. Daten verschiedener Testpersonen können außerdem zusammengefasst und zur Weiterverwendung in Statistiksoftware oder Datenkalkulationsprogrammen exportiert werden.

Systemvoraussetzungen

Zum Betrieb der Auswertungssoftware wird folgende Systemkonfiguration empfohlen:

  • Betriebssystem: Windows 7, Windows 8 (Desktop), Windows 10 (Desktop), Windows Vista SP2, Windows Server 2008 R2 SP1 (64-Bit), Windows Server 2012 (64 Bit), Mac OS X 10.8 oder neuer
  • Bildschirmauflösung: 1024*768 oder größer
  • Prozessor: Pentium IV oder neuerer Prozessor
  • Arbeitsspeicher: 512 MB oder mehr
  • Grafikkarte mit 64 MB RAM oder mehr
  • Installierte Java-Laufzeitumgebung (Version 7.0 oder höher)
  • Ein Programm zum Anzeigen von PDF-Dokumenten

Häufige Fragen (FAQ)

  • "Ein Kind schneidet beim Gesamt-IQ schlechter ab als in jeder einzelnen Skala." oder "Ein Kind hat in jeder Skala sehr hohe Ergebnisse erzielt. Der Gesamt-IQ ist höher als der Durchschnitt der Skalenwerte oder sogar höher als jeder einzelne Skalenwert. Ist das wirklich korrekt?"

    Ja, dieses Ergebnis ist absolut korrekt und nicht nur in der KABC-II, sondern auch in jedem normierten Testverfahren zu finden, bei dem ein Gesamtergebnis aus einzelnen nur mäßig miteinander korrelierenden Subskalen gebildet wird. Der Grund hierfür liegt in der Statistik: Gemischte Profile treten häufig auf, sodass sich große Unterschiede zwischen den Skalen herausmitteln. Durchgehend niedrige oder durchgehend hohe Ergebnisse sind dagegen extrem selten, sodass sich hier die "Extremität" der Ergebnisse in den einzelnen Skalen gegenseitig verstärkt und das Gesamtergebnis noch unwahrscheinlicher wird als die Teilergebnisse.
  • "Die Ergebnisse der KABC-II liegen höher/niedriger als diejenigen, die mit der K-ABC gemessen wurden. Welches Ergebnis stimmt?"

    Die KABC-II unterscheidet sich im Aufbau und den Normen zur K-ABC. Schlechtere oder bessere Punktzahlen in der KABC-II können deshalb verschiedene Ursachen haben.
    Zum einen wird aus den Tabellen 8.13 und 8.14 des Testmanuals ersichtlich, dass in den einzelnen Skalen der KABC-II nicht genau die gleichen Mittelwerte erzielt werden wie in den entsprechenden Skalen der K-ABC. Die Schwankungen bewegen sich jedoch innerhalb der Messgenauigkeit der beiden Verfahren.
    Es gibt allerdings noch einen zweiten Einflusseffekt. Aufgrund der größeren Breite der KABC-II (z.B. verstärkte Berücksichtigung des Konzepts der fluiden Intelligenz) korreliert z. B. der Intellektuelle Verarbeitungsindex der KABC-II nur zu r = 0.68 mit der Skala intellektueller Fähigkeiten der K-ABC. Nur bei einer Korrelation von 1.0 würde man bei beiden Tests im Schnitt gleich hohe Werte erwarten. Bei der gegebenen Korrelation kann hingegen aufgrund des statistischen Effekts der Regression zur Mitte bei einem Kind, bei dem in der K-ABC ein IQ von 70 gemessen wurde, in der KABC-II etwa ein IQ von 80 erwartet werden (Lerneffekte sind bei dieser Abschätzung noch nicht berücksichtigt!). Beachten Sie bitte, dass die unterschiedlichen Ergebnisse nur zum geringen Teil auf Messfehler, sondern hauptsächlich auf die veränderten Konzepte der KABC-II zurückzuführen sind. Sollten Sie also hauptsächlich an einer Beurteilung des Intelligenzverlaufs interessiert sein, dann empfehlen wir, bei der Wiederholungsmessung den gleichen Tests zu verwenden, der auch bei der ersten Messung verwendet wurde.
    Aufgrund der höheren Aktualität der Testkonstruktion und der Normen wird ansonsten jedoch dringend die Verwendung der KABC-II empfohlen.


  • "Wie viele Auswertungen kann ich mit dem Auswertungsprogramm machen?" oder "Ist die Anzahl der Auswertungen beschränkt?"

    Die Anzahl der Auswertungen ist nicht beschränkt. Sie können beliebig viele Auswertungen durchführen. Wenn Sie sehr viele Daten eingeben, ist es aber auf jeden Fall empfehlenswert, von Zeit zu Zeit die Daten zu sichern.


  • "Ich habe neben den Kerntests auch Ergänzungstests gemacht. Das Programm rechnet automatisch mit den Kerntests, ich möchte aber gerne stattdessen einzelne Kerntests durch Ergänzungstests ersetzen."

    Das Manual der KABC-II sieht die Ersetzung von Kerntests nur für den Fall vor, dass Kerntestergebnisse nicht vorliegen. Um dennoch eine Ersetzung zu erzwingen, lassen Sie bitte die Angaben der zu ersetztenden Kerntests leer oder legen Sie einen zweiten Ergebnisdatensatz an, in dem diese Werte fehlen. Aufgrund der Angaben des Handbuchs darf insgesamt jedoch nur eine Ersetzung vorgenommen werden.

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