Der Einsatz des ET 6-6-R in den U-Untersuchungen – Umsetzung des Grenzsteinkonzepts in der Kinderarztpraxis

Dr. phil. Thorsten Macha über den Einsatz in U-Untersuchungen

Insgesamt neun (bis elf) Vorsorgeuntersuchungen sind für Kinder verpflichtend – von der ersten Lebensminute an bis zum Jugendalter mit ca. zehn Jahren. Im Rahmen dieser sogenannten U-Untersuchungen, die im „Gelben Heft“ des Gemeinsamen Bundesausschusses dokumentiert werden, geht es vor allem um die Früherkennung von Krankheiten, die körperliche und geistige Entwicklung vom Baby, über das Kleinkind- bis hin zum Jugendalter. Ziel ist es, Entwicklungsverzögerungen bzw. -störungen möglichst früh zu erkennen und eine entsprechende Therapie zu starten.

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Zu wenig Entwicklungsdiagnostik

Da die Vorsorge verpflichtend sind, müssen in Deutschland alle Kinder in regelmäßigen Abständen zum Kinder- und Jugendarzt bzw. Hausarzt. Die Untersuchungen erfolgen meistens nach einem vorgegebenen Schema und fragen sowohl körperliche als auch geistige Entwicklungsstände für das jeweilige Alter anhand unstandardisierter Fragebogen ab. Neben dem ärztlichen Gutachten füllen auch die Eltern einen Fragebogen aus, der sich zum Beispiel auf das Spiel- und Sozialverhalten der Kinder bezieht. Ansatzweise werden im Gelben Heft auch entwicklungsdiagnostische Befunde abgefragt, z.B. „Abzeichnen von Kreis, Quadrat und Dreieck von Vorlage auffallend fehlerhaft“ (U9), die jedoch häufig nicht ausreichen, um ein Entwicklungsrisiko sicher identifizieren zu können.

Grenzstein-Screening mit dem ET 6-6-R

Seit Juli 2015 wird der ET 6-6-R (Entwicklungstest für Kinder im Alter von sechs Monaten bis sechs Jahren – Revision) in den „Leitlinien zur sozialpädiatrischen Stufenversorgung bei Entwicklungsverzögerungen in Deutschland“ als zentrales Diagnostikum empfohlen. Der Entwicklungstest könnte in Zukunft eine zuverlässige, entwicklungsdiagnostische Größe bei den U-Untersuchungen sein, da er ein standardisiertes Grenzstein-Screening ermöglicht, das im Praxisalltag ökonomisch und präzise umgesetzt werden kann. Das Verfahren liefert dabei wichtige Aussagen in den Bereichen Grob- und Feinmotorik, Spracherwerb und kognitive Entwicklung.

Webinar zu Einsatzmöglichkeiten

Wie genau eine Umsetzung im Praxisalltag möglich ist, erklärt der Autor des Verfahrens, Dr. phil. Thorsten Macha, in einem Webinar am 12. Oktober 2016. Er gibt einen Überblick, wie Entwicklungsrisiken mit den Grenzsteinen, den Zusatzmaterialien (Grenzsteinposter und Grenzsteinprotokollbogen) und den vorhandenen Normdaten des ET 6-6-R leichter identifiziert werden können und diskutiert in diesem Zusammenhang zentrale Fragen, die sich aus dem Einsatz des ET 6-6-R in der Praxis ergeben. Unter anderem, welche Aufgaben der Kinderarzt am besten selbst übernimmt und welche er delegieren kann oder welche Ergebnisse am Ende einer Testung stehen und wie diese zu beurteilen sind.

Die Teilnehmer des Webinars erhalten einen praxisorientierten Einblick in die Vorgehensweise des Verfahrens und die Anwendungsmöglichkeiten im Rahmen der Kindervorsorgeuntersuchung in der eigenen Praxis.

Die Anmeldung erfolgt über www.fokuswoche.de

2 Gedanken zu “Der Einsatz des ET 6-6-R in den U-Untersuchungen – Umsetzung des Grenzsteinkonzepts in der Kinderarztpraxis

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