Dyskalkulie – Wenn Rechnen zur Qual wird

“Zwei für dich und zwei für mich” – diese Zählweise funktioniert auch schon im Kindergartenalter. Denn bereits in dieser Entwicklungsphase verstehen Kinder in groben Zügen Zahlen als Mengenverhältnisse. Dieses wird mit dem Schuleintritt weiter ausgebaut, so dass auch umfangreichere mathematische Aufgaben gelöst werden können. Allerdings ist dieser Prozess bei einigen Kindern erschwert. Betroffene mit einer sogenannten Dyskalkulie können Zahlen nicht als Mengenverhältnisse verstehen, für sie sind diese einfach nur Symbole. Deswegen fällt ihnen bereits das Erlernen der Grundrechenarten schwer. Aber was verbirgt sich dahinter? Welche Probleme haben Betroffene damit?

Bei der Dyskalkulie sind Zahlen einfach nur Symbole Dieter Schütz_pixelio.de

Bei der Dyskalkulie sind Zahlen
einfach nur Symbole – Dieter Schütz_pixelio.de

Dyskalkulie – Entwicklungsstörung oder mangelnde Schulbildung?

Obwohl oftmals aus Schamgefühl nicht angesprochen, betrifft Dyskalkulie allein in Deutschland 3 bis 7 Prozent der Bevölkerung. Genaue Informationen zu den Ursachen dieser Rechenstörung liegen noch nicht vor, allerdings wird diese oft fälschlicherweise auf mangelhaften Unterricht oder fehlende Intelligenz zurückgeführt. Dabei ist diese Fehlfunktion nicht mit den genannten Faktoren zu erklären.

Diese Störung bezeichnet eine Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten, die nicht allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine unangemessene Beschulung erklärbar ist. Das Defizit betrifft vor allem die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division. Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Mit dieser Einschätzung zählt Dyskalkulie zu den schulischen Entwicklungsstörungen und tritt ähnlich häufig wie die Legasthenie (Lese- und Rechtschreibstörung) auf.

Mit dem fehlenden Grundlagenverständnis gelingt es den Betroffenen nicht, sich die aufbauenden Mathematikkenntnisse anzueignen. Daraus resultierend entwickeln diese Kinder oftmals eine Hemmung gegenüber Zahlen und dem Rechnen, welche in Angstgefühle münden kann, die sich sogar auf die Schule insgesamt ausbreiten. Diese äußern sich sowohl physiologisch in Form von Schweißausbrüchen und Herzklopfen, aber auch kognitiv mit Gedanken der Hilflosigkeit  und  einem verminderten Arbeitsgedächtnis. Letztendlich ist sogar die Verhaltensebene betroffen, in dem das Kind versucht, die Situation des Rechnens zu vermeiden. Unerkannt wirkt sich Dyskalkulie auf das Berufslebens aus, da junge Erwachsene mit mangelhaften Rechenfertigkeiten auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt werden.

Die Diagnose – je früher, desto besser!

Schon bei ersten Auffälligkeiten beim Umgang mit Zahlen sollten Eltern und Erzieher mit der Ursachenforschung beginnen. Das kann bereits im Kindergartenalter passieren, wenn die Grundlagen des Rechnens mit ersten Zahlenübungen gelegt werden. Weil Dyskalkulie “entwicklungsstabil” ist, bleiben Betroffene ungefördert immer auf dem gleichen Niveau. Mit einer frühen Diagnose kann die notwendige schulische und außerschulische Unterstützung initiiert werden, die zu dem richtigen Berufseinstieg führt. Um die Diagnose zu unterstützen werden die Testverfahren wie ZAREKI-K (für Kinder von 5 bis 7 Jahren) und ZAREKI-R (für Grundschüler 1. bis 4. Klasse) verwendet. Diese Instrumente zur Erfassung der Dyskalkulie werden individuell  durchgeführt. Während ZAREKI-K eine Einschätzung zur Risikobereitschaft für eine Rechenstörung liefert, ist es mit ZAREKI-R möglich, qualitative und quantitative Einblicke in den Entwicklungsstand des Grundschülers zu bekommen. Dabei werden wesentliche Aspekte der erforderlichen Rechenleistung berücksichtigt und sogar mögliche Hilfeleistungen gegeben. Aus den Ergebnissen von ZAREKI-R kann anschließend der Plan zur Förderung des Betroffenen erarbeitet und umgesetzt werden.

Die Therapie – diese Bereiche werden gefördert:

  • Aufbau basisnumerischer Fertigkeiten
  • Aufbau und Festigung von Zahlenraumvorstellungen
  • Entwicklung und Förderung des arithmetischen Verständnisses
  • Förderung des prozeduralen Wissens
  • Automatisierung von Faktenwissen

Die Therapie betroffener Kinder und Erwachsener ist ein aktiver Prozess, der in Form von  Verständnisaufbau und ständigem Üben erfolgt. Vertiefendes Material zum Zugang mit Dyskalkulie finden Sie bei Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie/BVL sowie dem Fachverband Integrative Lerntherapie/FIL.

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TEA-Ch gibt Aufschluss über Aufmerksamkeitsstörungen

Der Herbst rückt langsam näher und damit beginnt auch in diesem Jahr für viele Kinder ein neues aufregendes Kapitel: Sie kommen endlich in die Schule. Das spielerische Lernen im Kindergarten wird dann immer häufiger von der Konzentration auf neue Aufgaben und längere Stillarbeit abgelöst.Bei einigen Kindern zeigen sich im Schulalltag zum ersten Mal auffällige Verhaltensweisen wie fehlende Aufmerksamkeit, geistige Abwesenheit und Stören des Unterrichts bis hin zu Auffälligkeiten im allgemeinen Sprach- und Schriftbild.

Endlich Schlule?

Endlich Schlule? –
©Anne Garti – pixelio.de

Ursache für derartige Symptome kann eine ADHS-Erkrankung sein. Zur eindeutigen Diagnose und in Vorbereitung einer geeigneten Therapie helfen Testverfahren zur Aufmerksamkeitsdiagnostik wie der Test of Eyeryday Attention for Children, kurz TEA-Ch, von Pearson.

Diagnose ADHS: Musik kann helfen

Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität sind bei etwa drei bis zehn Prozent aller Kinder schuld an schulischen Problemen. Weiterlesen


Interview zur deutschen Adaptation des Motoriktests BOT-2

Prof. Dr. Rainer Blank hat die deutsche Adaptation des Bruininks-Oseretsky Tests der motorischen Fähigkeiten – Zweite Ausgabe (BOT-2)  geleitet und spricht nun mit uns über seine Erfahrungen während der Entwicklungszeit des deutschen BOT-2,  über Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieses Tests der motorischen Fähigkeiten im Vergleich zu anderen Motoriktests und über vieles mehr.

BOT-2 Zweite Ausgabe

BOT-2 Zweite Ausgabe

Herr Prof. Blank, bitte erzählen Sie uns etwas über den Prozess der Adaptation des BOT-2 – welchen Herausforderungen mussten Sie sich in der Entwicklungszeit stellen? Wie sind Sie damit umgegangen und haben diese bewältigt?

Blank: Zunächst einmal ist der BOT-2 ein sehr umfangreiches Verfahren mit zahlreichen Untertests. BOT-2 ist sozusagen der große “Intelligenztest” für die Motorik. Aufgrund der Bedeutung des Verfahrens bedurfte es allein schon bei der Übersetzung erheblicher Anstrengungen sowie bei der Sichtung des Testmaterials. Hier haben wir von Anfang an darauf geachtet, wie valide, also wie gut, der Test durchführbar ist; z. B. wie gut ist das Material auch für die Kinder hier in Deutschland und in den deutschsprachigen Ländern geeignet. Wir haben bereits zu diesem Zeitpunkt von unserer Seite verschiedene Anregungen einbringen können. Weiterlesen


Deutscher Motoriktest: besser als das Original!

Bruininks-Oseretsky Test of Motor Proficiency – deutsche Adaptation bei Pearson Assessment erschienen

Vom Einfädeln des Nähgarns über das Schreiben bis hin zum Springen und Rennen – all diese Tätigkeiten sind motorische Fähigkeiten. Kein Wunder, dass bei einem so vielfältigen Gebiet auch ein umfassender Test zur Einstufung der entsprechenden Entwicklungsstände notwendig ist. Damit Ergotherapeuten, Kinderärzte, Physiotherapeuten und Motopäden zukünftig noch aussagekräftigere Ergebnisse im Bereich der motorischen Diagnostik erhalten, wurde in einem sorgfältigen Verfahren der Bruininks-Oseretsky Test der motorischen Fähigkeiten – 2. Auflage (BOT-2) aus dem Amerikanischen adaptiert und bei Pearson Assessment veröffentlicht.

Motoriktest BOT-2 für Kinder

BOT-2 – Kindgerechte alltagsrelevante Aufgaben

Motorische Entwicklungsstörungen äußern sich vielfältig. Werden sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann dies große Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung haben. Das äußert sich von der sogenannten “Tollpatschigkeit”, über verringertes Schmerzempfinden bis hin zu Sprachstörungen. Daher ist es wichtig, die motorische Entwicklung bei Kindern rechtzeitig genau einzustufen, damit diesem Problem mit einer gezielten Therapie entgegengewirkt werden kann. Zu spät erkannt, verursachen diese Entwicklungsverzögerungen sogar schwerwiegende Schulprobleme, obwohl die Intelligenz dem Alter entspricht. Weiterlesen


GEWINNER BEI PEARSON ASSESSMENT

Wir gratulieren Ihnen herzlich!

das Messestand-Gewinnspiel von Pearson Assessment auf dem 59. Ergotherapie-Kongress vom 23.-25. Mai 2014 in Erfurt hat eine glückliche Gewinnerin:

Frau S. Stock aus G.-W.

Die Gewinnerin wurde schriftlich von uns benachrichtigt. Schnellstmöglich übersenden wir ihr den BOT-2 Gesamtsatz im Wert von 1050 Euro. Wir wünschen viel Erfolg bei der Anwendung des neu erschienenen Testverfahrens!

Bruininks-Oseretsky Test der motorischen Fähigkeiten - Zweite Ausgabe

Bruininks-Oseretsky Test der motorischen Fähigkeiten – Zweite Ausgabe

Vielen Dank für Ihre Teilnahme!