Neue Zusatzmaterialien zum Entwicklungstest ET 6-6 R

ET-6-6R_DVD_cover_einzelplatz.inddDr. Thorsten Macha ist ein Co-Autor des bewährten Entwicklungstests ET 6-6 und seit 2000 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Klinische Psychologie und Rehabilitation der Universität Bremen. Sein Arbeitsschwerpunkt liegt in der Entwicklungsdiagnostik mit zahlreichen Veröffentlichungen zu diesem Thema. Heute spricht er mit uns über einige neu erschiene Zusatzmaterialien: das Grenzsteinposter, die Grenzsteinprotokollbögen und die türkischen Elternfragebögen.

ET 6-6

Dr. Thorsten Macha bei der Anwendung des ET 6-6 R

Wie kamen Sie auf die Idee ein Grenzsteinposter zu entwerfen?

Macha: Die Idee wurde im Gespräch mit niedergelassenen Kinder- und Jugendärzten entwickelt. In der routinemäßigen Entwicklungsbegleitung finden die Pädiater vielfach nicht die Zeit, einen standardisierten Entwicklungstest wie den ET 6-6-R vollständig durchzuführen. Es wurde jedoch gewünscht, dass eine praktikable, kurze und präzise Orientierung über wesentliche Entwicklungsschritte ermöglicht wird, ohne umständlich in den Testunterlagen des Verfahrens nachschlagen zu müssen. So können nun also Besitzer des ET-6-6-R-Testsatzes mit einem Blick die „Grenzsteine der Entwicklung“ identifizieren und deren Erreichen bei einem Kind mit den Testmaterialien überprüfen.

Grenzsteinposter zu ET 6-6 R

Grenzsteinposter

Welche Vorteile haben die neuen Grenzsteinprotokollbögen?

Macha: Die zusätzlichen, neuen Grenzsteinprotokollbögen ermöglichen eine Dokumentation, ohne dass die umfangreichen Protokollhefte aus dem ET 6-6-R verwendet werden müssen. Dies spart Ressourcen und senkt Kosten.

Wo sehen Sie das Hauptanwendungsgebiet der Bögen?

Macha: Überall dort, wo es schnell gehen muss! Das ist zunächst die Kinder- und Jugendärztliche Praxis, wo routinemäßig eine rasche Entwicklungseinschätzung von Kindern vorzunehmen ist. Der Einsatzbereich erstreckt sich jedoch auf alle klinischen Bereiche, in denen mit Kindern gearbeitet wird und in denen es plötzlich notwendig werden kann, zur Interpretation der Verhaltensweisen und Verhaltensauffälligkeiten eines Kindes spontan einen Abgleich mit seinem Entwicklungsstand durchzuführen. Dies bezieht sich dann praktisch auf alle klinischen Einrichtungen, in denen Kinder gefördert oder therapiert werden, also beispielsweise Praxen oder Frühförderstellen. Ausdrücklich nicht zu empfehlen ist die routinemäßige Verwendung in Kindertagesstätten und Kinder-Betreuungseinrichtungen zur Entwicklungsverlaufskontrolle. Es handelt sich bei dem ET 6-6-R und seinen Komponenten um ein Testsystem, das nur dann zuverlässige Aussagen liefern kann, wenn ein Kind die Aufgaben und Materialien noch nicht kennt! Ein breiter Einsatz im nicht-klinischen Bereich würde dazu führen, dass der Test „verbrennt“, weil viele Kinder mit den Testteilen dann bereits in Kontakt gekommen sind und so eine faire, aussagekräftige Testung nicht mehr möglich ist.

Ergänzend zu den deutschen Elternfragebögen sind jetzt auch türkischsprachige erhältlich.

Was waren die Beweggründe, türkischsprachige Elternfragebögen zu entwickeln?

Macha: Türkischstämmige Familien stellen die größte Gruppe innerhalb der Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland dar. Dies sind aktuell über 3 Millionen Menschen, der Anteil an Kindern aus türkischstämmigen Familien ist aufgrund der demographischen Entwicklungen relativ gesehen noch einmal höher. Hier erleben wir es häufig, dass aufgrund kultureller und auch sprachlicher Barrieren zunächst eine gewisse Unsicherheit, gelegentlich auch Skepsis gegenüber klinischen Einrichtungen besteht. Mit den Fragebögen wird es nun möglich, Eltern mit eingeschränkten deutschen Sprachfertigkeiten in den diagnostischen Prozess einzubinden und auch Transparenz im Hinblick auf eine Entwicklungsdiagnostik herzustellen. Von dem auf diese Weise erzeugten Vertrauen profitiert letztendlich die gesamte Förderung oder Therapie eines Kindes.

Welche Herausforderungen gab es bei der Entwicklung der Elternfragebögen?

Macha: Eine besondere Schwierigkeit bei der sprachlichen Transkription von Testmaterial besteht darin, dass häufig gar keine sprachliche Eins-zu-eins-Übersetzung möglich ist. Es mussten also Formulierungen gefunden werden, die einerseits den Sprachbesonderheiten des Türkischen gerecht werden und andererseits gut verständlich sind. Hierbei musste jedoch der entwicklungspsychologische Inhalt der Elternfragen erhalten bleiben, damit eine präzise und aussagekräftige Beschreibung der sozial-emotionalen Entwicklung gelingt. Zur Sicherstellung der psychologischen Qualität haben wir eine ausgewiesene Expertin, die Entwicklungspsychologin Frau Dr. Hatice Ecerli in die Arbeiten einbeziehen können, die in verschiedenen Stadien der Erarbeitung der Bögen wertvolle Anregungen lieferte.

Wird es noch Elternfragebögen in anderen Sprachen geben?

Macha: Es liegt Interesse aus verschiedenen europäischen Ländern vor, den ET 6-6-R in die dortigen Heimatsprachen zu überführen. Auf diese Weise würden automatisch auch Elternfragebögen in anderen Sprachen erarbeitet. Für den Einsatz im deutschen Sprachraum wird uns gegenüber häufig der Wunsch nach einer arabischen und einer russischen Version geäußert. Wir werden den tatsächlichen Bedarf prüfen und eine Zeit lang die Erfahrungen mit den türkischen Bögen sammeln und bewerten. Danach können wir uns gut vorstellen, weitere Zusatzmaterialien für den ET 6-6-R zu erarbeiten.

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Die Teilnahmebedingungen finden Sie hier.

 

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Interview zur deutschen Ausgabe der neuen BAYLEY-III Skalen

Die Diplom-Psychologen Dr. Gitta Reuner und Joachim Rosenkranz sind bzw. waren wissenschaftliche Mitarbeiter im Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinik Heidelberg an der Klinik 1, Sektion Neuropädiatrie und an der Klinik IV (Neonatologie).
Ihre klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen in den Bereichen Entwicklungs- und Neuropsychologie bei Kindern mit komplexen Entwicklungsstörungen und bei Hoch-Risiko-Kindern für Entwicklungsstörungen, z. B. in der Sozialpädiatrie, der Frühgeborenen-Nachsorge, der Epileptologie und der Neonatologie. Beide haben umfangreiche Erfahrungen in der Entwicklung und Adaptation von psychometrischen Verfahren und sind Mitherausgeber der deutschen Fassung der Vorgängerversion der Bayley-III Skalen.

Die beiden Herausgeber der deutschen Fassung der Bayley Scales of Infant and Toddler Development – Third Edition – der Bayley-III Skalen - erzählen über die Bearbeitung des international renommierten entwicklungsdiagnostischen Verfahrens, das nun erstmals mit aktuellen deutschen Normen versehen ist und Ende des Jahres bei Pearson Assessment erscheinen wird.

Die Bayley-III Skalen sind ein Individualtest zur Untersuchung des Entwicklungsniveaus von Kindern im Alter von 1 bis 42 Monaten. Es wird das aktuelle kognitive, sprachliche und motorische Funktionsniveau beurteilt. Weiterlesen


Dyskalkulie – Wenn Rechnen zur Qual wird

“Zwei für dich und zwei für mich” – diese Zählweise funktioniert auch schon im Kindergartenalter. Denn bereits in dieser Entwicklungsphase verstehen Kinder in groben Zügen Zahlen als Mengenverhältnisse. Dieses wird mit dem Schuleintritt weiter ausgebaut, so dass auch umfangreichere mathematische Aufgaben gelöst werden können. Allerdings ist dieser Prozess bei einigen Kindern erschwert. Betroffene mit einer sogenannten Dyskalkulie können Zahlen nicht als Mengenverhältnisse verstehen, für sie sind diese einfach nur Symbole. Deswegen fällt ihnen bereits das Erlernen der Grundrechenarten schwer. Aber was verbirgt sich dahinter? Welche Probleme haben Betroffene damit?

Bei der Dyskalkulie sind Zahlen einfach nur Symbole Dieter Schütz_pixelio.de

Bei der Dyskalkulie sind Zahlen
einfach nur Symbole – Dieter Schütz_pixelio.de

Dyskalkulie – Entwicklungsstörung oder mangelnde Schulbildung?

Obwohl oftmals aus Schamgefühl nicht angesprochen, betrifft Dyskalkulie allein in Deutschland 3 bis 7 Prozent der Bevölkerung. Genaue Informationen zu den Ursachen dieser Rechenstörung liegen noch nicht vor, allerdings wird diese oft fälschlicherweise auf mangelhaften Unterricht oder fehlende Intelligenz zurückgeführt. Dabei ist diese Fehlfunktion nicht mit den genannten Faktoren zu erklären.

Diese Störung bezeichnet eine Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten, die nicht allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine unangemessene Beschulung erklärbar ist. Das Defizit betrifft vor allem die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division. Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Mit dieser Einschätzung zählt Dyskalkulie zu den schulischen Entwicklungsstörungen und tritt ähnlich häufig wie die Legasthenie (Lese- und Rechtschreibstörung) auf.

Mit dem fehlenden Grundlagenverständnis gelingt es den Betroffenen nicht, sich die aufbauenden Mathematikkenntnisse anzueignen. Daraus resultierend entwickeln diese Kinder oftmals eine Hemmung gegenüber Zahlen und dem Rechnen, welche in Angstgefühle münden kann, die sich sogar auf die Schule insgesamt ausbreiten. Diese äußern sich sowohl physiologisch in Form von Schweißausbrüchen und Herzklopfen, aber auch kognitiv mit Gedanken der Hilflosigkeit  und  einem verminderten Arbeitsgedächtnis. Letztendlich ist sogar die Verhaltensebene betroffen, in dem das Kind versucht, die Situation des Rechnens zu vermeiden. Unerkannt wirkt sich Dyskalkulie auf das Berufslebens aus, da junge Erwachsene mit mangelhaften Rechenfertigkeiten auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt werden.

Die Diagnose – je früher, desto besser!

Schon bei ersten Auffälligkeiten beim Umgang mit Zahlen sollten Eltern und Erzieher mit der Ursachenforschung beginnen. Das kann bereits im Kindergartenalter passieren, wenn die Grundlagen des Rechnens mit ersten Zahlenübungen gelegt werden. Weil Dyskalkulie “entwicklungsstabil” ist, bleiben Betroffene ungefördert immer auf dem gleichen Niveau. Mit einer frühen Diagnose kann die notwendige schulische und außerschulische Unterstützung initiiert werden, die zu dem richtigen Berufseinstieg führt. Um die Diagnose zu unterstützen werden die Testverfahren wie ZAREKI-K (für Kinder von 5 bis 7 Jahren) und ZAREKI-R (für Grundschüler 1. bis 4. Klasse) verwendet. Diese Instrumente zur Erfassung der Dyskalkulie werden individuell  durchgeführt. Während ZAREKI-K eine Einschätzung zur Risikobereitschaft für eine Rechenstörung liefert, ist es mit ZAREKI-R möglich, qualitative und quantitative Einblicke in den Entwicklungsstand des Grundschülers zu bekommen. Dabei werden wesentliche Aspekte der erforderlichen Rechenleistung berücksichtigt und sogar mögliche Hilfeleistungen gegeben. Aus den Ergebnissen von ZAREKI-R kann anschließend der Plan zur Förderung des Betroffenen erarbeitet und umgesetzt werden.

Die Therapie – diese Bereiche werden gefördert:

  • Aufbau basisnumerischer Fertigkeiten
  • Aufbau und Festigung von Zahlenraumvorstellungen
  • Entwicklung und Förderung des arithmetischen Verständnisses
  • Förderung des prozeduralen Wissens
  • Automatisierung von Faktenwissen

Die Therapie betroffener Kinder und Erwachsener ist ein aktiver Prozess, der in Form von  Verständnisaufbau und ständigem Üben erfolgt. Vertiefendes Material zum Zugang mit Dyskalkulie finden Sie bei Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie/BVL sowie dem Fachverband Integrative Lerntherapie/FIL.

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TEA-Ch gibt Aufschluss über Aufmerksamkeitsstörungen

Der Herbst rückt langsam näher und damit beginnt auch in diesem Jahr für viele Kinder ein neues aufregendes Kapitel: Sie kommen endlich in die Schule. Das spielerische Lernen im Kindergarten wird dann immer häufiger von der Konzentration auf neue Aufgaben und längere Stillarbeit abgelöst.Bei einigen Kindern zeigen sich im Schulalltag zum ersten Mal auffällige Verhaltensweisen wie fehlende Aufmerksamkeit, geistige Abwesenheit und Stören des Unterrichts bis hin zu Auffälligkeiten im allgemeinen Sprach- und Schriftbild.

Endlich Schlule?

Endlich Schlule? –
©Anne Garti – pixelio.de

Ursache für derartige Symptome kann eine ADHS-Erkrankung sein. Zur eindeutigen Diagnose und in Vorbereitung einer geeigneten Therapie helfen Testverfahren zur Aufmerksamkeitsdiagnostik wie der Test of Eyeryday Attention for Children, kurz TEA-Ch, von Pearson.

Diagnose ADHS: Musik kann helfen

Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität sind bei etwa drei bis zehn Prozent aller Kinder schuld an schulischen Problemen. Weiterlesen